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Richtungswechsel nach der Ausbildung - Mein Tanz mit den bellenden Hunden

Aktualisiert: 7. März


Erst neulich sah ich einen Instagram-Post meines Fußball-Idols Claudio Pizarro mit dem Slogan "You will never reach your goals, if you still care about society barks". Zu sehen war ein lässiger Typ mit Sonnenbrille, der dem Hinweisschild mit der Aufschrift "Goal" folgte und hinter ihm eine Vielzahl kläffender Hunde mit menschlichen Gesichtszügen, die ihm zu bellten, dass er scheitern würde.


Wenn ich über diese Karikatur nachdenke, so kommen mir diese Gesichter doch sehr bekannt vor und wahrscheinlich hat jeder von uns schon mal diese Zweifler, Kritiker, Idioten im Rücken gespürt. Im Wesentlichen jene Menschen, die mit aller Gewalt versuchen, etwas schlecht zu reden, oftmals nur, damit sie sich am Ende für eine gewisse Zeit besser fühlen.


Auch ich habe diese Erfahrung gemacht. Damals hatte ich meine Ausbildung zum Lebensmitteltechniker bei einem Mineralwasser-Hersteller in Norddeutschland erfolgreich abgeschlossen und entschied mich gegen einen Verbleib beim besagten Arbeitgeber und für ein Studium im Bereich Sport- und Eventmanagement in Iserlohn bei Dortmund. Ich wollte einfach nochmal was Neues probieren, schließlich ist die berufliche Zukunft kein unwesentlicher Bestandteil für die persönliche Entwicklung.


Wie es sich für ein Kind vom Dorf gehört hielt ich während meines Studiums natürlich die Nähe zu meiner Heimat Hoyerhagen, ein kleines Dorf in der Mitte Niedersachsens. Besonders auf den jährlichen Dorffesten wie bspw. dem klassischen Schützenfest durfte ich natürlich nicht fehlen. Schließlich will man den Kontakt zu seinen Freunden und der Familie so gut es geht halten. Neben meinen Freunden und alten Bekannten warteten dort allerdings auch die besagten Zweifler, Kritiker, die klaffenden Hunde auf mich.


Wärst du mal bei uns geblieben


Besonders die Begegnung mit meinem damaligen Vorgesetzten bereiteten mir jedes Jahr aufs neue Freude. Natürlich kam immer wieder die Klassiker-Frage: "Was machst du jetzt?". Also fing ich an von meinem Studium zu erzählen und warum ich diesen Weg für mich gewählt habe. Dabei konnte ich noch so begeisternd erzählen, am Ende kamen immer die gleichen Floskeln: "Ja, aber was bringt dir das, wenn du nicht mal weißt, ob du danach einen Job bekommst?" oder "Wärst du mal bei uns geblieben, dann hättest du jetzt einen anständigen Job". So führten wir die Gespräche jedes Jahr weiter, bis ich teilweise schon selbst anfing, an mir und meiner Entscheidung zu zweifeln. Schließlich bedeutet ein Studium auch immer erst ein Investment. Vielleicht hatte er ja recht, vielleicht wird nie was aus mir. Der bellende Hund hatte es also geschafft, die Selbstzweifel wurden geschürt.


Du musst doch irgendwann mal Geld verdienen


Nach meinem ersten Fehlstart in Hamburg, bei dem ich ein Praktikum nach 6 Wochen an die Wand gefahren habe, fand ich schließlich meinen ersten Job im Marketing bei einer Sports Nutrition Brand, ebenfalls in Hamburg. Als Junior Manager war der Berufseinstieg zwar geschafft, gehaltstechnisch aber noch viel Luft nach oben. Ein gefundenes Fressen für meinen alten Kumpel: "Dafür hast du jetzt studiert? Du musst doch irgendwann mal Geld verdienen!". Obwohl ich den Berufseinstieg für mich als Erfolgserlebnis verbucht hatte, kämpfte ich also weiterhin um Akzeptanz.


In meiner Firma lief es dafür umso besser. Meine Leistungen schienen dem Arbeitgeber zu gefallen und so stieg ich die Karriereleiter nach und nach oben. In den insgesamt 6 Jahren habe ich viel erlebt, viel über die Berufswelt gelernt und unheimlich viel für mich selbst mitgenommen. Erst innerhalb dieser 6 Jahre wurden die bellenden Hunde ruhiger. Selbst mein damaliger Vorgesetzter merkte irgendwann, dass ihm nun auch die letzten Argumente ausgingen, um mir ein schlechtes Gefühl mitzugeben. Die Zweifler wurden stiller, endlich!


van Holz Fazit:

Ich kann euch nur raten es so zu halten, wie mein Fußball-Gott Claudio Pizarro. Geht mit einem breiten Grinsen an den bellenden Hunden vorbei und fokussiert euch auf eure Ziele. Eure Kritiker werden nie ganz verstummen. Denkt aber immer daran, dass die meisten Menschen euch nur Scheitern sehen wollen, um sich selbst besser zu fühlen, wenn auch nur für einen kurzen Moment ;)

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